Musikstreaming wächst stark – Wenig Umsatz mit Musikvideos bei YouTube & Co

Musikstreaming wächst stark in Deutschland. Auch bei Diensten wie YouTube – doch Musikvideos bringen der Musikindustrie wenig Umsatz.

Stärkstes Umsatzsegment blieb auch 2017 die CD (45,4 Prozent Marktanteil), mittlerweile gefolgt von Musikstreaming (34,6 Prozent). Danach folgen Downloads, die um 19,3 Prozent an Umsatz verloren und auf einen Marktanteil von nun noch 9,9 Prozent zurückgingen. Vinyl wuchs dagegen weiter, wenn auch nicht so stark wie in den Vorjahren. Mit einem Plus von 5,1 Prozent sorgte es im Gesamtjahr 2017 für 4,6 Prozent der Umsätze.

Die Umsätze der deutschen Musikindustrie lagen 2017 annähernd auf Vorjahresniveau. Laut Bundesverband Musikindustrie (BVMI) beliefen sich die Verkäufe von CDs, Schallplatten, DVDs und Downloads sowie die Einnahmen aus Streamingdiensten auf insgesamt 1,588 Milliarden Euro. Das ist ein leichtes Minus von 0,3 Prozent gegenüber 2016.

Digitalmarkt legt zu

Mit 22,7 Prozent legte der Digitalmarkt weiter zu. Vor allem das Musikstreaming wächst stark (+42,8 Prozent). Der physische Markt mit Tonträgern gab im gleichen Zeitraum zwar um 14,3 Prozent nach, lag aber mit 53,4 Prozent auch 2017 noch immer vor dem Digitalgeschäft (46,6 Prozent).

Der Vorstandsvorsitzende des BVMI, Dr. Florian Drücke, bewertet die zunehmende Digitalisierung des Marktes positiv: „Wir sehen weiterhin eine starke Zugkraft im Musik-Streaming, und das zeigt, dass die Diversifizierungsstrategie der Branche greift. Je größer der Digitalanteil wird, desto wichtiger ist aber auch, dass die Refinanzierbarkeit von Inhalten im digitalen Raum sichergestellt ist, das heißt: Jede Form der Online-Nutzung muss an Lizenzen geknüpft sein, die am Markt verhandelt werden.“

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Viel Musikstreaming über Videodienste wie YouTube

Nach Untersuchungen des Dachverbandes IFPI findet derzeit knapp die Hälfte des Musik-Streamings in Deutschland über Videostreaming-Dienste wie z.B. YouTube statt, die aktuell zusammen aber nur 1,9 Prozent zum Umsatz beitragen – dem stehen 34,6 Prozent gegenüber, die durch die Premium- und werbefinanzierten Angebote der Musikstreaming-Dienste erlöst werden.

„Das ist ein inakzeptables Ungleichgewicht, das wir als ‚Value Gap‘ bezeichnen“, so der Verbandschef der Musikindustrie. „Insofern ist es höchste Zeit und sehr zu begrüßen, dass sich Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag sehr explizit zur Beteiligung der Plattformen an der Refinanzierung bekennen und damit ein Level Playing Field im Online-Bereich schaffen wollen. Tatsache ist, dass beim Thema Value Gap auf europäischer Ebene im Interesse der Kreativen und ihrer Partner keine Zeit zu verlieren ist.

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